Jun 21, 2026
Onboarding remote: unser 30-Tage-Plan
Seit unser Team über vier Zeitzonen verteilt arbeitet, ist Onboarding kein Nebenbei-Thema mehr. Niemand kann der neuen Kollegin kurz über die Schulter schauen. Wir haben deshalb einen strukturierten 30-Tage-Plan entwickelt — und nach einem Dutzend Durchläufen können wir sagen: Er trägt. Woche eins gehört der Umgebung. Ziel ist nicht Produktivität, sondern ein lauffähiges Setup und ein erster, bewusst winziger Merge in die Hauptlinie am dritten Tag. Dieser frühe Erfolg nimmt erstaunlich viel Druck aus den ersten Wochen. In Woche zwei und drei rotiert die neue Kollegin durch Pairing-Sessions mit drei verschiedenen Teammitgliedern. Jede Session hat eine klare Aufgabe aus dem echten Backlog. Wir vermeiden konstruierte Übungsaufgaben — sie fühlen sich nach Schule an und vermitteln ein falsches Bild der Codebasis. Woche vier dreht das Verhältnis um: ein eigenes, abgegrenztes Feature, bei dem das Team nur noch auf Zuruf unterstützt. Den Abschluss bildet ein Retro-Gespräch, in dem ausdrücklich auch der Onboarding-Plan selbst auf dem Prüfstand steht. Der Plan ist ein lebendes Dokument. Drei der besten Verbesserungen kamen von Leuten, die ihn gerade selbst durchlaufen hatten — niemand sieht Lücken im Onboarding so klar wie die Person, die gestern noch mittendrin steckte.